50. BMA-Einsatz in diesem Jahr

Am Donnerstagabend rückte die Freiwillige Feuerwehr Norden zu einem Bankinstitut in der Osterstraße aus. Die automatische Brandmeldeanlage (BMA) hatte dort Alarm geschlagen.

Die Einsatzkräfte konnten jedoch weder Feuer noch Rauch feststellen. Offenbar hatte ein Rauchmelder ein Defekt erlitten, denn dieser Melder löste immer wieder erneut aus. Die Feuerwehr übergab die Einsatzstelle an eine Filialverantwortliche.

Dieser Alarm war der fünfzigste von einer automatischen BMA (nicht private Heimrauchmelder!) ausgelöste Einsatz in diesem Jahr für die Norder Wehr. Die Zahl dieser Art Einsätze steigt von Jahr zu Jahr. So zeichnet sich auch in diesem Jahr wieder eine Steigerung ab, denn im Jahr 2014 waren es 58 und im Jahr 2015 71 solcher Einsätze. Dabei sind im Schnitt mehr als 90 Prozent der BMA-Einsätze Fehl- oder Täuschungsalarme. Für dieses Jahr liegt die Anzahl der echten Alarme, also bei denen es tatsächlich gebrannt hat, bisher leicht über den Vorjahreszahlen. Dennoch entwickelt sich die hohe Anzahl unnötiger Einsätze immer mehr zum Problem für die freiwillige Feuerwehr, denn die Arbeitgeber der Einsatzkräfte wissen um die hohe Fehlerquote und fragen immer häufiger kritisch nach, ob es denn tatsächlich notwendig sei, dass der Kamerad seinen Arbeitsplatz wegen eines BMA-Einsatzes verlässt. Darunter leidet das wertvolle Ehrenamtssystem der freiwilligen Feuerwehren enorm. Auch viele Mitarbeiter in den von Fehlalarmen betroffenen Betrieben reagieren kaum noch auf die Alarme. Das beobachten die Feuerwehrleute immer häufiger und schätzen dies als Sicherheitsrisiko ein.

Die Norder Stadtverwaltung sowie die Politik haben im vergangenen Jahr bereits reagiert und in der Gebührensatzung der Feuerwehr einen Pauschalbetrag in Höhe von 330 Euro für Fehl- und Täuschungsalarme verankert. Diese Summe wird dem Objektbetreiber per Gebührenbescheid von der Stadt in Rechnung gestellt.

Eigentlich sollte dies zu einer Reduzierung derartiger Einsätze führen, doch der erhoffte Erfolg blieb bislang aus. Dabei wäre die Reduzierung ganz einfach, denn die Objektbetreiber könnten selbst  durch organisatorische Maßnahmen ihren Beitrag dazu leisten und das ohne Mehrkosten. Denn immer wieder sind Täuschungsalarme auf unzureichend geplante Handwerkerarbeiten zurückzuführen. Staubaufwirbelung bei Bau- und Reinigungsarbeiten sowie Rauchentwicklung bei Heißarbeiten sind ein leidiges Dauerthema. Aus diesem Grund hat die Norder Wehr bei ihrer letzten Jahresdienstversammlung im Januar den Kreisfeuerwehrverband Aurich in die Pflicht genommen, die Wehren im Kreis zu unterstützen und auf die Handwerker zuzugehen. Schließlich leiden mehrere Wehren in der Region unter diesem Problem. Die Verbandsführung als auch Regierungsbrandmeister Ernst Hemmen sind darauf auch aktiv geworden und leisten nun unter anderem mit der Handwerkskammer Aurich Aufklärungsarbeit bei den Handwerkern. Die Wirkung bleibt abzuwarten.

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