Ehrung für Einsatz bei Moorbrand

Im September 2018 geriet auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle 91 bei Meppen bei einem Raketentest das Moor in Brand. Der Brand breitete sich auf einer Fläche von rund 1.000 Hektar aus und schien zeitweise nicht bekämpfbar zu sein. Mehrere tausend Einsatzkräfte von Bundeswehr, THW, Polizei, Feuerwehr und anderen Organisationen waren damals wochenlang im Einsatz, um das Feuer zu bekämpfen. Auch von der Freiwilligen Feuerwehr Norden rückten damals Fahrzeuge und Einsatzkräfte aus. Vom 19. bis zum 21. September waren damals insgesamt 25 Norder Feuerwehrleute in Meppen vor Ort. Für diesen, teils lebensgefährlichen Einsatz, erhielten nun alle damals beteiligten Feuerwehren und Hilfsorganisationen aus Niedersachsen eine Dankesurkunde vom niedersächsischen Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius. Die Bundesministerin der Verteidigung, Ursula von der Leyen, würdigte die Hilfe der Einsatzkräfte mit einer Moorbrand-Medaille. Sowohl Dankesurkunde und Medaille wurden den Gemeinden und Städten nun zur Verteilung zugesandt.

Nordens Bürgermeister, Heiko Schmelzle, lud die Norder Einsatzkräfte am Dienstagabend ins Hilfeleistungszentrum zu einer kleinen Feierstunde ein und überreichte die Ehrengaben mit dem Fachdienstleiter für Bürgerdienste und Sicherheit Uwe Fröbel sowie Stadtbrandmeister Thomas Kettler. In seiner Dankesrede blickte Schmelzle auf den besonderen Einsatz zurück. Er selbst verfolgte die Geschehnisse in Meppen besorgt in den Nachrichten mit. Ihn erinnerte der Moorbrand mit seinen besonderen Gefahren durch extreme Rauchentwicklung, unterirdischen Bränden und Munitionsresten an die Heidebrandkatastrophe von 1975. Damals starben mehrere Feuerwehrleute, weil das Feuer sie überrannte. Auch Stadtbrandmeister Kettler blickte auf den besonderen Einsatz zurück und erinnerte sich an die Detonationen die auf dem Bundeswehrgelände zu hören waren. "Spätestens da war allen klar, dass wir uns nicht auf einem Spielplatz befinden", so Kettler. Er nutzte die Gelegenheit auch um nicht nur den Einsatzkräften zu danken, sondern auch den Arbeitgebern, die die Feuerwehrleute unkompliziert für diesen tagelangen Auftrag freigestellt haben. Auch dankte er dem Landkreis Aurich, dass dieser die Feuerwehren im Kreis Aurich 2017 mit einem hochmodernen Einsatzleitwagen (ELW 2) ausgestattet hat. In Meppen leistete das Fahrzeug sehr wertvolle Dienste. Beschämend fand der Stadtbrandmeister die Tatsache, dass der Bund als Verantwortlicher für den Zivilschutz die bereitgestellten Fahrzeuge nicht frühzeitig ersetzt hat und man so mit einem 28 Jahre alten Löschgruppenfahrzeug und einem 23 Jahre alten Schlauchwagen zu dem Moorbrand ausrücken musste, "das sind Oldtimer". Ebenso wies er darauf hin, dass die Bundeswehr die Kosten für den Einsatz immer noch nicht erstattet hat. Die Kommunen sind in Vorleistung gegangen und das Geld fehlt nun in den Haushalten der Feuerwehren.

Der Bürgermeister hatte für die Feuerwehrleute noch eine Überraschung vorbereitet. Da das Land Niedersachsen lediglich eine Urkunde für jede Feuerwehr ausgestellt hat, hat die Stadt Norden zusätzlich noch eine Dankesurkunde für jeden persönlich erstellt. Uwe Fröbel überreichte diese und bedankte sich mit seinen Worten bei jedem einzelnen.

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