Übung im Windpark und Umspannwerk Ostermarsch

Notruf am Mittwochnachmittag aus dem Windpark Ostermarsch am Rande der Stadt Norden. Ein Mitarbeiter der Firma Enercon meldet einen schweren Arbeitsunfall in dem zum Windpark zugehörigen und gleichnamigen Umspannwerk. Der Verunfallte liegt bewusstlos in einer schwer zugänglichen Position. Die Rettung muss daher durch die Freiwillige Feuerwehr Norden erfolgen. Soweit reichten die Informationen der Einsatzkräfte, als sie sich auf den Weg nach Ostermarsch machten. Vor Ort erwarteten sie dann mehrere Enercon-Mitarbeiter, Fotografen, Journalisten und ein Kameramann. Denn das Ganze war kein Einsatz, sondern eine angekündigte Übung. Der Windenergieanlagenhersteller hatte sich an die Norder Wehr mit zwei Aufgabenstellungen gewandt. Beim ersten Szenario ging man von einem bewusstlosen Mitarbeiter auf einem Hochspannungstrafo aus. Das Gerät ist so groß wie eine Garage und steht unter Überlandleitungen, die an dem Trafo angeschlossen sind. Im laufenden Betrieb dient er zur Umwandlung des im Windpark erzeugten Stroms von 20.000 auf 110.000 Volt und Einspeisung in das öffentliche Netz. Zweites Szenario war eine ebenfalls bewusstlose Person in einem flachen Keller unterhalb eines Schaltgebäudes des Windparks. Hier gab es nur Zugang durch eine schmale Luke im Bode. Die Raumhöhe des Betrug gerade mal 70 Zentimeter. Enercon wollte diese Szenarien gerne geübt haben, um sich selbst und Einsatzkräfte auf diese vorzubereiten. Daher waren auch Fotografen und Kameraleute vor Ort, die aus dem Bild- und Videomaterial später Schulungsunterlagen erstellen sollen. Da der Windpark samt Umspannwerk zu Wartungszwecken an dem Tag abgeschaltet war, bot sich die Gelegenheit für diese besondere Übung.

Im Laufe der der Übung stellte sich die Abarbeitung für die Feuerwehr als nahezu unproblematisch, wenn nicht aber doch kräftezerrend, heraus. Da es zum Übungszeitpunkt sehr warm war und wenig Wind wehte, lief den Übungsteilnehmern schnell der Schweiß. Grundsätzlich schien den Feuerwehrleuten der Einsatz in einem Umspannwerk relativ sicher, sofern Fachleute vor Ort sind. Kritisch schien es Sicht der Feuerwehr zu sein, wenn es zu einem Stromunfall gekommen ist. Irgendeine Sicherheitseinrichtung muss dann versagt haben, ansonsten wäre es schließlich nicht zu einem Unfall gekommen. In solch einem Fall muss alles in Frage gestellt werden und die Sicherheit vor Betreten des eingezäunten Umspannwerkes auf das schärfste geprüft werden, ehe man dort tätig wird. "Die hohen Spannungen verzeihen keine Fehler", so ein Trainer von Enercon. Insgesamt drei Trainer standen den Einsatzkräften beratend und beobachtend zur Seite. Die insgesamt 33 Einsatzkräfte teilten sich in mehrere Gruppen auf und übten an den verschiedenen Stationen die Rettung auf unterschiedliche Weisen. Eine Windenergieanlage konnten die Einsatzkräfte ebenfalls im Turmfuß sowie im Turmkeller in Augenschein nehmen. Die Rettung der "Person" auf dem Trafo, welche durch eine 75 Kilogramm schwere Puppe dargestellt wurde, wurde in einer Schleifkorbtrage auf einer schrägen Leiter hinabgelassen. Behutsam rutsche sie gut gesichert zu Boden. Der nächste Durchlauf führte die Rettung auf einer Krankentrage über die Drehleiter durch. Im letzten Durchgang hing die Puppe in einer Trage liegend am Kran des Rüstwagens und wurde so zu Boden gehievt. Alle Varianten stellten sich als schnell und schonend dar. Bei allen Durchläufen mussten sich die Feuerwehrleute mit Haltegurten gegen Absturz sichern und gut aufpassen, wo sie auf dem Trafo hintraten.

Die im Kabelkeller liegende Übungspuppe wurde auch mehrmals auf verschiedene Weisen "gerettet". Auf Grund der beengten Raumverhältnisse ging es hier weniger schonend zur Sache. Für eine schonende Rettung müsste im Ernstfall erst aufwändig mehr Raum geschaffen und hierzu der Boden geöffnet werden.

Im Nachgang zu den praktischen Übungen referierten die Trainer im Hilfeleistungszentrum noch über weitere Szenarien, wie beispielsweise Brände an Windenergieanlagen. Hier gaben sie den Einsatzkräften noch wichtige Tipps an die Hand. Denn nicht immer brennen Anlagen in unerreichbarer Höhe, sondern auch mal in Bodennähe. Mit dem richtigen Wissen und einhalten von Sicherheitsregeln, kann eine Feuerwehr dann durchaus tätig werden und größere Schäden vermeiden. Während der Übungsveranstaltung konnten sich die Feuerwehrleute mit den Enercon-Mitarbeitern über ihre Einsatzerfahrungen in dem Bereich austauschen. Die Norder Wehr hatte es 2010 mit einer brennenden Anlage zu tun. Damals brannten das gesamte Maschinenhaus sowie zwei von drei Rotorblättern. Im letzten Jahr musste ein brennender Trafo außerhalb einer Anlage gelöscht werden. Somit wurde deutlich, dass Einsätze in Windparks durchaus wahrscheinlich und derartige Übungen sinnvoll sind.

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