Brand einer Windenergieanlage in Ostermarsch

In der Silvesternacht ist in einem Windpark im Norder Ortsteil Ostermarsch eine Windenergieanlage (WEA) abgebrannt. Um genau 23.07 Uhr waren für die Mehrheit der Norder Feuerwehrleute die Silvesterfeiern beendet. Schon auf dem Weg zum Feuerwehrhaus konnte man die WEA wie eine Fackel im dunklen Himmel brennen sehen. Das gesamte Maschinenhaus der Anlage am Marschweg stand in zirka 70 Metern Höhe komplett in Brand. Die Freiwillige Feuerwehr Norden sowie das Deutsche Rote Kreuz rückten mit einem Großaufgebot an Kräften an, konnten jedoch nur wenig ausrichten.

Eine direkte Brandbekämpfung ist bei solchen Anlagen bei diesem Brandfortschritt nicht mehr möglich. Die 30 Meter lange Drehleiter ist viel zu kurz, des Weiteren stürzten permanent brennende Trümmerteile ab. Der Feuerwehr blieb nichts anderes übrig, als die WEA kontrolliert abbrennen zu lassen und ein Ausbreiten der Flammen am Boden zu verhindern. In unmittelbarer Nähe zu der Anlage steht ein Bauernhof, hier entstand jedoch kein Schaden. Im Laufe des Brandes griffen die Flammen auch auf zwei der drei Rotorblätter über. Sie stürzten nach einiger Zeit mit lautem Getöse nach unten und prallten neben dem Turmfuß auf eine Wiese. Zwischenzeitlich konnten die meisten Einsatzkräfte die abgelegene Einsatzstelle wieder verlassen. Die Helfer waren zum Zusehen verdammt. Nachdem das Maschinenhaus nahezu völlig ausgebrannt war, begann man mit den Löscharbeiten der abgestürzten Trümmer. Die Brandbekämpfung der aus Glasfaserkunststoff (GFK) und Epoxidharz bestehenden Rotorblätter gestalteten sich als äußerst schwierig. Da die Blätter von Innen brannten, war ein Ablöschen mit Schaum und Wasser nicht möglich. Versuche mit einer Feuerwehraxt sowie einer Kettensäge Öffnungen in die Blätter zu schaffen scheiterten. So ließ man auch die Rotorblätter brennen. Das Löschwasser wurde mit einem Tanklöschfahrzeug im Pendelverkehr zur Einsatzstelle gebracht. Um 3.15 Uhr wurde die Norder Ortsgruppe des Technischen Hilfswerkes (THW) nachalarmiert. Mit einem Unimog mit Frontlader sollten die GFK-Teile angehoben und zerteilt werden. Auch der Baubetriebshof der Stadt Norden unterstütze die Arbeiten mit einem Radlader. Der Einsatz hat sich noch bis 6 Uhr hingezogen. Der Schaden wird vorläufig auf etwa 3 Millionen Euro geschätzt. Ebenfalls vor Ort waren die Norder Polizei sowie jeweils ein Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Aurich und der Norder Stadtwerke, dem Eigentümer.

Kurioser Weise kam es am Silvesternachmittag zu einem falschen Alarm in demselben Windpark. Spaziergänger hatten einen, vermutlich durch Silvesterböller, ausgelösten Knall als Explosion gedeutet und die Feuerwehr benachrichtigt.

Bericht

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